Nissan Micra (52 kWh) Evolve (ab 01/26)
Der neue Nissan Micra ist technisch weitgehend mit dem Renault 5 E-Tech Electric identisch. Optisch geht Nissan jedoch einen eigenen Weg: Während der R5 gezielt mit Retro-Elementen spielt, präsentiert sich der Micra moderner und sachlicher. Mit seinen rundlichen Leuchten an Front und Heck und den kräftig ausgestellten Radhäusern wirkt er eigenständig, ohne die Vergangenheit zu zitieren. Im Test tritt der Micra in der höchsten Ausstattungslinie Evolve mit der 52 kWh großen Batterie und dem 110 kW/150 PS starken Elektromotor an. Damit ist der knapp 1,5 t schwere Kleinwagen flott unterwegs. Der Elektromotor sorgt sowohl innerorts als auch auf der Landstraße für kräftigen Vortrieb. Die Reichweite liegt im Test bei rund 320 km – insbesondere auf der Autobahn steigt der Verbrauch jedoch kräftig an. Dank seiner kompakten Abmessungen und des kleinen Wendekreises ist der Micra bemerkenswert handlich. Auch auf kurvigen Strecken überzeugt er mit agilen Fahreigenschaften, schwenkt im ADAC Ausweichtest allerdings unerwartet stark mit dem Heck aus. Das straff abgestimmte Fahrwerk reicht Unebenheiten vor allem innerorts deutlich an die Insassen weiter und lässt den Aufbau auf schlechten Straßen merklich in Bewegung geraten. Positiv fällt hingegen das Geräuschniveau auf, das nicht nur für Kleinwagenverhältnisse angenehm niedrig ist – selbst auf der Autobahn. Vorn finden die Insassen ausreichend Platz und eine gute Sitzposition vor. Im Fond geht es dagegen selbst für Kleinwagenverhältnisse beengt zu, zudem fehlen separate Luftausströmer. Auch die Sicht nach hinten überzeugt nicht: Breite C-Säulen und nicht vollständig versenkbare Kopfstützen schränken den Blick deutlich ein. Ebenfalls unpraktisch: Es gibt keine separate Verstaumöglichkeit für das Ladekabel, wodurch es im ohnehin kleinen Kofferraum Platz wegnimmt. Die Evolve-Ausstattung fällt erfreulich umfangreich aus. Unter anderem sind Wärmepumpe, Navigationssystem, zahlreiche Assistenzsysteme, Sitz- und Lenkradheizung sowie ein hochwertiges Soundsystem serienmäßig an Bord. Mit einem Grundpreis von 34.900 Euro wird der Kunde wie beim R5 kräftig zur Kasse gebeten – auch das haben die zweieiigen Zwillinge gemeinsam.
Audi A5 Limousine 2.0 TFSI S tronic (ab 09/25)
Der Nachfolger des Audi A4 heißt A5. Die Ingolstädter lassen ihr Mittelklassemodell in der neuesten Generation in allen Dimensionen wachsen und nähern sich damit der nächsthöheren Klasse. Im Test tritt die schnittig gezeichnete Limousine als Benziner mit Frontantrieb an und steht damit in der Mitte des Leistungsspektrums. Der Audi überzeugt mit einem dynamischen sowie sicherem Fahrverhalten und bringt in Kombination mit dem optionalen adaptiven Sportfahrwerk eine willkommene Prise Sportlichkeit mit. Ein Foul - im übertragenen Sinn - begeht der A5 bei der Verbrauchsmessung zwar nicht, doch die gemessenen 6,8 l/100 km sind für eine neu entwickelte Mittelklasse-Limousine nur ein ordentlicher Wert.
Mehr als ordentlich ist die Tiefe und Ausstattungsqualität, die die Ingolstädter ihren Kunden anbieten können. Der A5 lässt sich in Sachen Komfort und Funktion über die gewöhnlichen Bedürfnisse an ein Mittelklasse-Modell ausrüsten (OLED-Rückleuchten, belüftete Sitze mit Massagefunktion etc.). Ein Lob verdienen die Assistenzsysteme: Vom adaptiven Abstandstempomat über die praktischen Park- und Kamera-Funktionen wird einem der Autofahreralltag angenehm und zuverlässig erleichtert. Dass das seinen Preis hat, zeigt der üppig, aber nicht voll ausgestatte Testwagen für 72.950 Euro.
Für diejenigen, die eines Kombis überdrüssig sind, ist der gut nutzbare Kofferraum von Vorteil. Die Heckscheibe schwingt mit auf, gibt eine große Ladeöffnung frei und der Ladeboden ist nahezu eben. Damit wird die Limousine für "Gelegenheits-Zulader" zur echten Alternative. Die Bedienung des sehr leistungsfähigen Infotainments sowie der Fahrzeugfunktionen leidet stellenweise unter den vielen Touch-Flächen, wobei es abgesehen davon gut durchdacht ist und in der Praxis überzeugen kann. Dass Audi auf Kritik von Kunden und Medien hört, lässt sich am Lenkrad erkennen: Hier befinden sich mittlerweile Drehwalzen anstatt schlecht zu bedienender Wisch-Felder.
Kia K4 1.6 T-GDI Spirit DCT7 (ab 11/25)
Der Kia K4 ist der Nachfolger des Ceed, der von 2006 bis 2025 in drei Generationen gebaut wurde. Die Neuauflage trägt das aktuelle Kia-Design, das vor allem mit dem extrovertierten Leuchtendesign an Front und Heck für Aufsehen sorgt. Im Gegensatz zum futuristischen Design ist die Antriebstechnik vergleichsweise altbacken. Unter der Haube sorgen ausschließlich Turbobenziner für Vortrieb, die im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten ohne Mild-Hybridsystem auskommen. Die getestete 150-PS-Ausführung überzeugt zwar mit munteren Fahrleistungen und guter Laufkultur, der Testverbrauch von 6,3 l/100 km fällt allerdings vergleichsweise hoch aus. Der Benziner ist stets an ein Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt, das seine Arbeit unauffällig verrichtet. Gut gelungen ist den Kia-Ingenieuren die Abstimmung des Fahrwerks, das mit sicheren Fahreigenschaften und einem ausgewogenen Federungskomfort punktet. Das Fahren mit dem K4 bereitet daher durchaus Vergnügen, leider nervt dabei der übereifrige Aufmerksamkeitswarner und dem Lenkassistenten fehlt eine gut funktionierende Hands-off-Erkennung. Das Interieur des K4 gefällt mit seiner eingängigen Bedienung – Kia verbaut erfreulicherweise nach wie vor haptische Tasten für wichtige Fahrzeugfunktionen – und dem speziell im Fond großzügigen Platzangebot. Unpraktisch sind hingegen die sehr breiten hinteren Türen mit einer störenden Ausbuchtung unterhalb der Scheibe, die nicht nur in engen Parklücken den Öffnungswinkel einschränkt, man stößt sich auch leicht daran. Und der "versteckte" Klappgriff sieht zwar schick aus, ist aber deutlich unpraktischer als ein besser greifbarer Bügelgriff. Kia ruft für den Testwagen mit mittlerer Motorisierung und Ausstattungslinie 35.890 Euro auf und liegt damit preislich auf dem Niveau eines VW Golf. Allerdings ist der Koreaner deutlich besser ausgestattet und wartet zudem mit einer siebenjährigen Fahrzeuggarantie auf.
Kia EV5 (81,4 kWh) GT-Line (ab 11/25)
Mit dem EV5 bringt Kia ein neues Modell im umkämpften Segment der Mittelklasse-SUVs mit Elektroantrieb. Im Test tritt der Koreaner in der höchsten Ausstattungsvariante GT-Line für mindestens 51.990 Euro an, die neben den für die Klasse obligatorischen Fähigkeiten auch einige Annehmlichkeiten bereithält. Die Komfort- und Sicherheitsausstattung fällt großzügig aus. Mit dabei sind neben belüfteten und vielfältig einstellbaren Vordersitzen inklusive Massage- und Relaxfunktion auch ein gut funktionierender Autobahnassistent sowie alle relevanten Funktionen im Bereich der aktiven Sicherheit. Obwohl der Kia eigentlich alles bietet, wird der Abstand zu den besten der Klasse dennoch deutlich. Er zählt als Preis-Leistungs-Modell nicht zu den Vorreitern im Technik-Bereich. So erreicht er mit dem 81,4 kWh großen Akku unter idealen Bedingungen bei einem gemessenen Verbrauch von 23,9 kWh pro 100 km nur eine mittelmäßige Reichweite von rund 370 km. Die zugegebenermaßen deutlich teureren Top-Modelle der Mittelklasse schaffen hier bereits weit über 600 km. Wer sich mit der Reichweite begnügen kann, bekommt mit dem EV5 dennoch ein zeitgemäßes Elektroauto, das mit einer Wärmepumpe, guter Laderoutenplanung und optionalem 22-kW-Laden alles Notwendige an Bord hat. Auch im Bereich Fahrwerk und Licht bietet der EV5 eher Standardware: Adaptivfunktionen gibt es auch gegen Aufpreis nicht. Der Konkurrenz voraus ist er hingegen bei der Garantielaufzeit: Sieben Jahre sind weiterhin ein handfestes Kaufargument. Wer allerdings ein besonderes Augenmerk auf die Materialqualität legt, muss Abstriche hinnehmen. Kia setzt klassenuntypisch viel harten Kunststoff ein und auch die Karosserie liefert bei genauer Betrachtung Anlass zur Kritik. Gleiches gilt für die Bremsleistung: Im Test benötigt der Zwei-Tonnen-Stromer im Mittel 38,3 m für den Standardstopp – das ist viel. Seinen SUV-Tugenden wird der EV5 gerecht, indem er viel Platz für Gepäck und die Passagiere bietet. Im Fond finden die Mitfahrer eine großzügige Beinfreiheit sowie eine verstellbare Rücksitzbank vor.