Mercedes-Benz GLC 300 de AMG Line Premium 4MATIC 9G-TRONIC
Mercedes hat schon seit vielen Jahren ein recht umfassendes Angebot an Plugin-Hybriden. Einerseits verfügen die Modelle der Stuttgarter inzwischen durch die Bank über vergleichsweise große Batterien für praxistaugliche elektrische Reichweiten. Andererseits können die Stromspeicher zumindest gegen Aufpreis mit Gleichstrom und hoher Leistung geladen werden, so dass ein Zwischenstopp von rund 30 Minuten für eine volle Batterie ausreicht. Das erhöht die Kompatibilität zu Ladestationen erheblich, zusätzlich hat das Zwischenladen auch auf Langstrecke einen kraftstoffsenkenden Effekt.
Plugin-Hybride bietet fast jeder Autohersteller an, die Kombination mit sparsamem Dieselmotor findet man nur noch bei Mercedes. Gerade in einem SUV ergibt das durchaus Sinn, wenn man häufiger längere Strecken fährt. Auch mit leerer Batterie bleibt dann der Kraftstoffverbrauch auf zügig abgespulten Autobahnetappen im Rahmen, während man alle kürzeren Fahrten elektrisch absolvieren kann. Ob kurze oder lange Etappen, im GLC - insbesondere mit optionaler Luftfederung - ist man stets komfortabel und entspannt unterwegs. Dank Allradlenkung (Option) ist er trotz seiner Größe wendig. Man hat genug Platz im Innen- und Kofferraum - und wenn letzterer mal nicht reicht, dürfen 75 kg aufs Dach oder bis zu zwei Tonnen an die Anhängerkupplung.
In gewisser Weise ist der GLC 300 de für alle Lebensumstände gerüstet, sei es beim Laden oder auf der Langstrecke, für den Transport oder für unwegsame Feldwege (bei Bedarf mehr Bodenfreiheit dank Luftfederung). Das hat aber auch seinen Preis - im Falle des Testwagens rund 95.000 Euro. Mercedes hat die letzten Jahre die Preise immer weiter hochgetrieben - sehr schade, macht es doch so technisch interessante Autos wie den GLC 300 de immer schwerer erreichbar.
BMW iX2 xDrive30
Der BMW iX2 ist ein dynamisch gezeichnetes, coupéhaftes SUV der unteren Mittelklasse und teilt sich die Plattform mit dem iX1, der eine klassische SUV-Bauform besitzt. Im Test tritt der Bayer in der stärkeren der beiden Antriebsvarianten namens xDrive30 an. Er wird von je einem Elektromotor an Vorder- und Hinterachse angetrieben, die beiden Motoren leisten gemeinsam bis zu 313 PS und 494 Nm Drehmoment. Im ADAC Autotest legt der Stromer damit ausgezeichnete Fahrleistungen an den Tag und präsentiert sich dank des serienmäßigen M-Sporfahrwerks unverschämt dynamisch - wenngleich der Komfort etwas zu kurz kommt. Dass der iX2 auch sparsam kann, zeigt der ADAC Ecotest: 17,6 kWh pro 100 km (inkl. Ladeverluste) sind für ein kräftiges Zwei-Tonnen-SUV ein überzeugender Wert. Auch die Lademodalitäten sind gut: Der iX2 schafft den Ladehub an einer Schnellladesäule von 10 bis 80 Prozent in 28 Minuten, bietet optional 22 kW Ladeleistung für zügiges AC-Laden und überzeugt mit einer guten Laderoutenplanung sowie einer Batterieheizung. Erfreulich ist zudem die überdurchschnittlich gute Funktionsqualität der Assistenten, die den Fahrer beispielsweise beim selbstständigen Einparken oder bei längeren Autobahnetappen zuverlässig entlasten. Der große Kritikpunkt bleibt die Preispolitik von BMW. Der Testwagen zum Preis von knapp 68.000 Euro ist zwar mit nahezu allen technischen Features ausgestattet, ist in Sachen subjektiver Qualität im Innenraum aber eher ein Underperformer. Hier muss man in der Basisausstattung bereits mehr Finesse erwarten können, bevor sich der Gesamtpreis nach der optischen Aufwertung auf über 70.000 Euro summiert.
VW ID.7 Tourer GTX 4MOTION
Elektrisch angetriebene SUVs gibt es wie Sand am mehr - für viele wäre jedoch ein Kombi eine praktische und zudem effizientere Alternative. Das Angebot an Elektro-Kombis kann man aber noch an einer Hand abzählen. Mit dem ID.7 Tourer hat VW nun ein ebenso großes wie teures Äquivalent zum Passat Variant ins Programm aufgenommen. Und als wenn Einstiegspreise weit jenseits der 60.000 Euro nicht schon schlimm genug wären, werden beliebte Extras seit neuestem auch noch in Pakete zwangsgebunden. Ein Beispiel: Wer Sitzheizung hinten haben möchte, muss dafür 1.800 Euro ausgeben, weil Frontscheibe und Lenkrad beheizbar, die dritte Zone für die Klimaautomatik, die induktive Ladeschale und der große Navibildschirm mit dabei sind.
Jetzt aber genug gemeckert, denn abgesehen vom Preis kann man dem ID.7 Tourer insbesondere in der GTX-Version wenig vorwerfen - im Gegenteil. Viel Platz, hoher Komfort und ein schick eingerichteter Innenraum werden von zwei Elektromotoren rasant in Fahrt gebracht. Zusammen leisten sie 340 PS und 679 Nm maximales Drehmoment. Die Energie dafür kommt aus einer 86 kWh Batterie (netto), die bei zurückhaltender Fahrweise für 400 bis 500 km Reichweite gut ist. Wer das Leistungspotenzial häufiger ausnutzt, muss nach gut 300 km schon an die Ladesäule. Dort wird der Stromspeicher im günstigen Fall in unter 30 Minuten wieder auf über 80 Prozent gefüllt - ein praxistauglicher Wert. Praktisch ist auch die Routenplanung mit Berücksichtigung nötiger Ladestopps. Ein Genuss ist das Optionsfahrwerk DCC, und das sogar in zweierlei Hinsicht. Einerseits bietet es geschmeidigen Komfort, perfekt für lange Strecken. Andererseits lässt sich der ID.7 als GTX mit einer Präzision und Stabilität über kurvige Landstraßen scheuchen, dass es eine wahre Freude ist. Abgesehen vom Preis kann der ID.7 also auch als Tourer in GTX-Ausführung begeistern.
Volvo EX30 Twin Motor Performance Ultra AWD
Der Volvo EX30 ist das neue Einstiegsmodell der Schweden. Er reiht sich am unteren Ende des Modellportfolios ein und tritt damit als kompaktes E-Auto in einem umkämpften Markt an. Der EX30 basiert auf der Entry-Level-Plattform von Geely, auf der unter anderem der smart #1 steht. Im Test tritt der Schwede in der stärksten Variante mit Allrad (Twin Motor, 315 kW) mitsamt 69 kWh großem Akkupaket an. Er überzeugt mit einer sehr umfangreichen Sicherheitsausstattung, die bereits in der Basis-Ausstattungsvariante viele Assistenten mitbringt. Zudem gefällt der kompakte Stromer mit einer guten Verarbeitung und einer nachhaltigen Materialauswahl im Innenraum. In der Allradvariante beeindruckt der EX30 mit seinen Fahrleistungen: Mit bis zu 428 PS - in alter Währung - erzielt er Beschleunigungswerte wie einst nur waschechte Sportwagen. Allerdings offenbart er deutliche Schwächen in der Bedienung und verzögert die Eingewöhnung ins Fahrzeug durch einen hohen Gewöhnungsaufwand. Darüber hinaus ermöglicht die leichtgängige Lenkung zwar ein müheloses Fahren in der Stadt, bringt auf der Autobahn aber unnötig Nervosität ins Auto. Das Preisniveau ist zudem hoch: Für den Testwagen sind stolze 57.415 Euro fällig.