BYD Seal 6 Touring DM-i Comfort (ab 12/25)
Immer öfter sieht man den BYD Seal 6 Touring hierzulande auf den Straßen. Kein Wunder: Ein Blick auf die Neuzulassungszahlen von Januar bis September 2026 verrät, dass BYD in diesem Zeitraum ähnlich viele Einheiten seines Plug-in-Hybriden absetzen konnte wie beispielsweise VW vom Passat als PHEV. Eine wesentliche Ursache hierfür ist sicher der attraktive Preis, welcher zeitweise zusätzlich von horrenden Nachlässen gedrückt wird, sodass der vollausgestattete, regulär 50.000 Euro teure Seal 6 Touring konkurrenzlos preiswert zu haben ist. Zum Testzeitpunkt beträgt der Barkaufpreis inklusive aller Boni und Förderungen gerade einmal 27.990 Euro. Mit Blick auf das fast gute Ergebnis des Autotests zeigt sich, dass der BYD gewiss kein schlechtes Auto ist. Er punktet mit einer großzügigen Reichweite, CCS-Ladeanschluss, reichhaltiger Serienausstattung und sechsjähriger Fahrzeuggarantie. Der Federungskomfort ist gut und der Testverbrauch geht mit 3,0 l Super und 11,4 kWh Strom pro 100 km in Ordnung. Kritik gefallen lassen muss sich der Seal 6 Touring für die praxisuntaugliche Anhängelast, die schlechten Übersetzungen im Bediensystem sowie den unter Last unharmonischen Antrieb. Zudem bleibt das Lenkgefühl unter den Erwartungen an ein Fahrzeug der Mittelklasse. Das größte Verbesserungspotenzial sehen wir bei den Assistenzsystemen, die zwar bereits serienmäßig mit an Bord sind, aber hinsichtlich der Funktionsqualität nicht überzeugen können.
Jeep Compass 1.2 e-Hybrid First Edition DCT6 (10/25 - 04/26)
Der Jeep Compass geht in dritter Generation an den Start und tritt seit Herbst 2025 im hart umkämpften Markt der Kompakt-SUVs an. Er basiert auf derselben Plattform wie Citroën C5 Aircross, Opel Grandland und Peugeot 3008. Mit erhöhter Bodenfreiheit, Kunststoffbeplankung und verbesserten Böschungswinkeln soll er sich als robustere Variante für den Alltag eignen. Angeboten wird der Compass mit Elektro-, Plug-in- und Mildhybridantrieb. Dem ADAC Autotest stellt sich die Einstiegsmotorisierung 1.2 e-Hybrid in der First Edition. Der Grundpreis beträgt 42.400 Euro.
Zu den Stärken zählt die umfangreiche Sicherheits- und Komfortausstattung. Bereits serienmäßig sind unter anderem ein Abstandsregeltempomat, ein Lenkassistent und adaptive Matrix-LED-Scheinwerfer an Bord. Auch elektrisch verstellbare Sitze mit Massagefunktion gehören zur Ausstattung. Das Fahrverhalten gibt sich ausgesprochen sicher und gelassen: Selbst bei anspruchsvolleren Fahrmanövern bleibt der Compass gut kontrollierbar und lässt sich kaum aus der Ruhe bringen. Allerdings fehlt ihm dabei die letzte Präzision und Agilität, um auch fahrdynamisch zu überzeugen. Im Stadtverkehr kann der Mildhybrid zudem kurze Strecken rein elektrisch zurücklegen, sofern ausreichend rekuperierte Energie zur Verfügung steht.
Schwächen zeigt der Jeep vor allem beim Federungskomfort und Antrieb. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt und gibt Unebenheiten entsprechend deutlich an die Insassen weiter. Hinzu kommen spürbare Vibrationen und Brummgeräusche des Antriebs, insbesondere beim Starten und bei niedrigen Drehzahlen. Auch die Anhängelast fällt mit 1.150 kg für ein SUV dieser Größe und mit dem robusten Anspruch eher gering aus. Wenig durchdacht sind zudem einige Details für den Einsatz abseits befestigter Straßen: Weder die Scheinwerfer noch die Rückfahrkamera verfügen über eine Abdeckung- oder Reinigungsfunktion, was bei Fahrten auf schmutzigen Wegen unpraktisch sein kann.
Der Verbrauch liegt im Test bei 6,5 l/100 km. Angesichts der Fahrzeuggröße ist das ein ordentlicher Wert, ohne jedoch besonders sparsam zu sein.
BMW iX3 40 (ab 07/26)
Mit dem neuen iX3 hat BMW einen fulminanten Start in Europa hingelegt. Schon nach kurzer Zeit gibt es über 100.000 Bestellungen. Der Erfolg fußt einerseits auf einer geschickten Medienkampagne, die diesen Ableger der neuen Klasse als den neuen großen Wurf der Marke bei den Menschen anpreist. Andererseits gibt es handfeste Argumente für das Modell, nicht ohne Grund schneidet auch die zweite iX3-Variante im ADAC Autotest mit einem richtig guten Ergebnis ab. Die Nutzung des Elektro-BMW erweist sich ein wenig wie ein Wechselbad der Gefühle. Auf den ersten Blick gefällt das moderne Design außen und innen. Auf den zweiten Blick muss man dann allerhand kostenoptimierte Details feststellen, vor allem im Kofferraum. Auf den dritten Blick, unterwegs mit dem iX3, begeistert wiederum der tolle Antrieb. Es dauert aber nicht lange, bis das poltrige und auf Kanten unnachgiebig agierende Fahrwerk die Nerven belastet, praktisch der vierte Blick in dieser Aufzählung. Nicht wenige dürften sich die adaptiven Dämpfer aus dem konventionellen X3 wünschen, die wohl erst zum zweiten Quartal 2027 kommen werden. Die fünfte Phase der Gefühlsachterbahn tritt nach einer etwas längeren Nutzungsphase ein - man lernt die geschickt und effektiv arbeitenden Fahrzeugsysteme zu schätzen, ebenso den mit 17,9 kWh/100 km insgesamt niedrigen Verbrauch und die daraus resultierende gute Reichweite von 525 km. Die schnelle Ladeleistung passt prima in den stressigen, durchgetakteten Alltag. Fahrwerk und Lenkung agieren sicher und verlässlich. Der Platz im Innenraum passt im Alltag, bei Bedarf nimmt der Elektro-BMW bis zwei Tonnen an den Haken. Der iX3 informiert über viele Details, sogar der "Gesundheitszustand" (SoH) der Batterie wird in Prozent angegeben wie beim modernen Smartphone - das schafft Vertrauen. Die recht umfangreiche Grundausstattung nimmt dem stattlichen Grundpreis von 63.400 Euro etwas den Schrecken - günstig ist der Elektro-X3 aber nicht. Die große Herausforderung für BMW wird sein, die Kunden bis Phase fünf zu halten, ohne dass sie in den Phasen zwei oder vier abspringen. Denn zahlreiche Konkurrenten, gerade aus Fernost, können erst mal mit schicker Fassade begeistern und zeigen ihre nervigen Schwächen erst im Alltag - dann wenn der iX3 punktet.
Opel Astra 1.6 Turbo Hybrid Ultimate eDCT (ab 03/26)
Mit der nun erfolgten Modellüberarbeitung geht die aktuelle Generation des Opel Astra in die zweite Hälfte ihres Modellzyklus. Die Baureihe L ist seit 2021 auf dem Markt und basiert erstmals auf einer Stellantis-Plattform. Zum ADAC Autotest tritt der Kompaktwagen als Plug-in-Hybrid an, bei dem sich unter dem gestrafften Blechkleid einiges getan hat. Statt zuvor zwei Leistungsstufen gibt es nun nur noch eine Variante, die es auf eine Systemleistung von 144 kW/196 PS bringt. Die Batteriegröße (brutto) beträgt nun 17,2 statt zuvor 12,4 kWh, wodurch sich der elektrische Aktionsradius erweitert hat. Im Test kommt der Teilzeitromer immerhin 75 km weit, womit sich viele Alltagsfahrten lokal emissionsfrei zurücklegen lassen. Geladen wird allerdings weiterhin ausschließlich mit einphasigem Wechselstrom, d. h. an der heimischen Wallbox lediglich mit 3,7 kW. Damit ist der Astra nicht auf dem Stand der Technik – einige Konkurrenten laden sogar mit Gleichstrom (CCS) und 50 kW. Der Plug-in-Hybrid-Antrieb sorgt für gute Fahrleistungen und arbeitet meist angenehm kultiviert. Kritik verdient dagegen die Abstimmung von Brems- und Fahrpedal (im E-Modus): Beide lassen sich nur mäßig dosieren. An der eingängigen Bedienung – Opel hat die zahlreichen Tasten erfreulicherweise beibehalten – und dem ordentlichen Platzangebot hat sich nichts geändert. Der Kofferraum fällt aufgrund der zusätzlichen Hybridtechnik leider etwas kleiner aus als bei den anderen Astra-Modellen. Bekannte Stärken von Opel sind das Fahrlicht sowie die Sitze. Hier kann der überarbeitete Astra mit dem neuen LED-System sowie den vielfältig einstellbaren Sitzen punkten. Bei den Fahreigenschaften hinterlässt der Opel einen sicheren und ausgewogenen Eindruck. Die Lenkung arbeitet präzise, das Fahrwerk verbindet ordentlichen Federungskomfort mit guter Fahrstabilität. Die Ultimate-Version bringt zudem bereits ab Werk eine umfangreiche Komfort- und Sicherheitsausstattung mit. Das schlägt sich allerdings im Preis nieder: In dieser Konfiguration ist der Astra mit einem Grundpreis von 44.630 Euro alles andere als ein Schnäppchen.