Renault Espace E-Tech Full Hybrid 200 Iconic Multi-Mode-Automatik (7-Sitzer)
Bereits nach zweijähriger Bauzeit unterzieht Renault den Espace einer umfangreichen Überarbeitung. Front und Heck wurden komplett neugestaltet, das Top-Modell der Franzosen sieht dem kleineren Austral nun zum Verwechseln ähnlich. Technisch hat sich hingegen nur wenig geändert. Für Vortrieb sorgt weiterhin ausschließlich ein Voll-Hybridantrieb, der aus einem Dreizylinder-Turbobenziner sowie zwei E-Motoren besteht. Die komplexe Technik sorgt zwar für einen vergleichsweise niedrigen Verbrauch (6,1 l/100 km im ADAC Ecotest), der Antriebskomfort liegt hingegen unter dem Durchschnitt. Neben den Vibrationen fallen auch die Brummgeräusche besonders beim Kaltstart für ein Mittelklasse-Fahrzeug deutlich zu stark aus. Besser schneidet der Espace bei der Karosserie ab. Diese überzeugt mit einer guten Verarbeitungs- und Materialqualität sowie einem großzügigen Platzangebot. Die zusätzlichen beiden Sitze in Reihe drei gibt es beim Espace ohne Aufpreis, allerdings sind sie Erwachsenen kaum zuzumuten - das gilt besonders für das beschwerliche Ein- und Aussteigen. Das straff abgestimmte Fahrwerk sorgt zwar für sichere und in Kombination mit der serienmäßigen Allradlenkung durchaus beschwingte Fahreigenschaften, allerdings erkauft sich der Espace damit einen nur durchschnittlichen Federungskomfort - hier hätten wir mehr vom großen Franzosen erwartet. Dafür sorgt der Espace beim Blick auf den Fahrzeugpreis für eine Überraschung: 48.500 Euro kostet das SUV in der umfangreich ausgestatteten Iconic-Ausführung, womit er im Vergleich zur Konkurrenz beinahe schon als Sonderangebot durchgeht.
Citroen C3 Hybrid 110 Max e-DCS
Der Citroen C3 ist mit Abstand das meistverkaufte Modell der Franzosen, rund 208.000 Käufer fand der Kleinwagen 2025 weltweit. Die aktuelle vierte Generation gibt es erstmals auch mit Elektroantrieb erhältlich - als e-C3 in der Basisausführung You ist er bereits zum ADAC Autotest angetreten. Nun stellt sich der Kleinwagen als Mildhybrid in der Topausstattung Max den kritischen Blicken der ADAC-Tester. Unter der Haube sorgt ein Dreizylinder-Turbobenziner für Vortrieb, der es im Verbund mit dem kleinen 48-V-Elektromotor auf eine Systemleistung von 110 PS/81 kW bringt. Gekoppelt ist der Antrieb an ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, das komfortabel, aber auch recht gemächlich zu Werke geht. Während die Fahrleistungen vollauf ausreichend und für einen Kleinwagen geradezu rasant ausfallen, kann der Verbrauch mit 6,3 l/100 km in Anbetracht der Teilelektrifizierung nicht recht überzeugen. Ungewöhnlich für ein Fahrzeug im Jahr 2025: Der C3 besitzt noch ein konventionelles Zündschloss anstelle einer heutzutage üblichen Start-Stopp-Taste. Der Franzose punktet mit ausgewogenen Fahreigenschaften, wobei der Fokus Citroen-typisch eindeutig auf dem Komfort liegt, ein ausgesprochen agiles Fahrverhalten ist dem C3 wie nahezu allen Modellen mit dem Doppelwinkel weitgehend fremd. Das Platzangebot fällt angesichts der Länge von gerade einmal 4,02 m durchaus ordentlich aus, gleiches gilt auch für den gut nutzbaren Kofferraum. Für stattliche 24.400 Euro bekommt der Kunde mit dem C3 Hybrid 110 Max e-DCS einen gut ausgestatteten Kleinwagen mit moderner Antriebstechnik, der zwar keine gravierenden Schwächen hat, aber auch keine Glanzlichter setzen kann.
Kia Sportage 1.6 T-GDI Spirit 2WD DCT
Kia hat seinem erfolgreichen Kompakt-SUV ein Facelift verpasst. Das erkennt man vor allem an der Front, die insbesondere mit den vertikal angeordneten Scheinwerferbatterien dem aktuellen Kia-Design Rechnung trägt. Am Heck dagegen hat sich vergleichsweise wenig getan, die Änderungen an der Rückleuchtengrafik halten sich in Grenzen. Wie auch die Modifikationen im Innenraum. Kleine Details wie der LED-Leuchtring auf dem Getriebewahlrad, der je nach Fahrtrichtung seine Farbe ändert, fallen erst auf den zweiten Blick auf. Geblieben ist die kombinierte Infotainment- und Klimatisierungssteuerung über das Bedienfeld mit zwei Drehreglern auf der Mittelkonsole, das durch sein Umschaltungsfeature erst mal beeindrucken mag, in der Praxis aber wenig Begeisterung auslöst. Die Instrumente gefallen durch ihr feines Design und das Infotainmentsystem selbst ist auf dem neuesten Stand. Es gibt allerlei Komfortausstattungen, die in der Spirit-Linie großteils schon Serie sind. Auch bei den Assistenten lässt sich Kia nicht lumpen, verlangt jedoch ausgerechnet für den hilfreichen Spurwechselassistenten Aufpreis.
Die Koreaner bieten zahlreiche Antriebe im Sportage an. Vom "einfachen" Benziner - hier im Test tritt der Basismotor mit 150 PS an - über einen Vollhybriden bis zum Plug-in-Hybriden hat man die Wahl, wenn man auf Benzin setzen möchte. Sogar einen Dieselantrieb gibt es noch, diesen aber nur mit Frontantrieb. Alle anderen Varianten kann man zusätzlich mit Allrad bekommen. Während der Dieselantrieb und insbesondere die Hybrid-Motorisierungen ihre jeweiligen Vorzüge haben, kann der Turbobenziner im Test nicht so recht überzeugen. Die Automatik traut ihm kaum niedrige Drehzahlen zu, lässt den Vierzylinder zu häufig zu hoch drehen. Der wird dann nervig laut und neigt überdies zu übermäßigem Spritkonsum. Dann lieber den Handschalter wählen und niedertouriger unterwegs sein, um wenigstens den Verbrauch zu bändigen. Handgeschaltet kann man nicht nur beim Unterhalt sparen, auch der Anschaffungspreis sinkt dann wieder unter die 40.000-Euro-Marke, die unser Testwagen weit überspringt.
VW Golf 1.5 eHybrid Style DSG
Der Golf ist in den letzten Jahren zwischen all den SUV-Varianten ziemlich untergegangen. Das ist wirklich schade, denn in der Summe seiner Eigenschaften ist es ein praktisches und wirklich gutes Auto. Geht man die Testkapitel durch, findet man keine wirklich schlechten Bewertungen. Der Golf ist immer noch ein klassischer VW. Er ist das, was die Wolfsburger einst groß gemacht hat: Nicht unbedingt in Einzelaspekten herausragen, dafür keine Schwächen zeigen. Das geht schon mit seinen kompakten Abmessungen los - mit "nur" 4,28 m Länge findet man deutlich leichter einen Parkplatz als mit so manchem Konkurrenten.
Trotzdem haben vier Erwachsene bequem Platz. Deren Gepäck sollte nicht zu voluminös sein, denn die Plug-in-Variante hat etwas weniger Stauraum im Heck. Dafür darf zusätzliches Gepäck auf's Dach geschnallt und mit der optionalen Anhängerkupplung bis zu 1,7 t gezogen werden - nicht mehr selbstverständlich im Zeitalter der Elektroautos und ein weiterer praktischer Aspekt des Golfs. Technisch ist der Wolfsburger up-to-date, alle gängigen Assistenten bis hin zum Einparkautomaten via Smartphone kann man bekommen. Auch der Antrieb selbst ist auf dem neuesten Stand, VW hat sein aktuelles Plug-in-Hybridsystem sogar im kompakten Golf untergebracht. Die Batterie verfügt über großzügige 25,7 kWh (19,7 kWh werden genutzt), elektrische Reichweiten deutlich über 100 km sind kein Problem. Dazu kommt zügiges Nachladen mit 11 kW (AC) bis 50 kW (CCS). Als Verbrenner hilft der bekannte 1,5-l-Vierzylinder aus, der mit seiner brummigen Note jedoch ein vernehmliches Kontrastprogramm zum harmonischen Stromern bildet. Bei all der verbauten Technik ist der Kompakte noch gar nicht mal besonders schwer: Rund 1,6 t beträgt das Leergewicht, immerhin gut 300 kg weniger als ein vergleichbarer ID.3 aus gleichem Hause. Der Golf eHybrid kann im Test also durchweg überzeugen - warum also sieht man ihn nicht häufiger auf unseren Straßen? Vermutlich hindert ihn vor allem sein Preis am Verkaufserfolg, denn knapp 46.000 Euro für unsere Testvariante sind schon erheblich.