Kia Sportage 1.6 T-GDI Spirit 2WD DCT
Kia hat seinem erfolgreichen Kompakt-SUV ein Facelift verpasst. Das erkennt man vor allem an der Front, die insbesondere mit den vertikal angeordneten Scheinwerferbatterien dem aktuellen Kia-Design Rechnung trägt. Am Heck dagegen hat sich vergleichsweise wenig getan, die Änderungen an der Rückleuchtengrafik halten sich in Grenzen. Wie auch die Modifikationen im Innenraum. Kleine Details wie der LED-Leuchtring auf dem Getriebewahlrad, der je nach Fahrtrichtung seine Farbe ändert, fallen erst auf den zweiten Blick auf. Geblieben ist die kombinierte Infotainment- und Klimatisierungssteuerung über das Bedienfeld mit zwei Drehreglern auf der Mittelkonsole, das durch sein Umschaltungsfeature erst mal beeindrucken mag, in der Praxis aber wenig Begeisterung auslöst. Die Instrumente gefallen durch ihr feines Design und das Infotainmentsystem selbst ist auf dem neuesten Stand. Es gibt allerlei Komfortausstattungen, die in der Spirit-Linie großteils schon Serie sind. Auch bei den Assistenten lässt sich Kia nicht lumpen, verlangt jedoch ausgerechnet für den hilfreichen Spurwechselassistenten Aufpreis.
Die Koreaner bieten zahlreiche Antriebe im Sportage an. Vom "einfachen" Benziner - hier im Test tritt der Basismotor mit 150 PS an - über einen Vollhybriden bis zum Plug-in-Hybriden hat man die Wahl, wenn man auf Benzin setzen möchte. Sogar einen Dieselantrieb gibt es noch, diesen aber nur mit Frontantrieb. Alle anderen Varianten kann man zusätzlich mit Allrad bekommen. Während der Dieselantrieb und insbesondere die Hybrid-Motorisierungen ihre jeweiligen Vorzüge haben, kann der Turbobenziner im Test nicht so recht überzeugen. Die Automatik traut ihm kaum niedrige Drehzahlen zu, lässt den Vierzylinder zu häufig zu hoch drehen. Der wird dann nervig laut und neigt überdies zu übermäßigem Spritkonsum. Dann lieber den Handschalter wählen und niedertouriger unterwegs sein, um wenigstens den Verbrauch zu bändigen. Handgeschaltet kann man nicht nur beim Unterhalt sparen, auch der Anschaffungspreis sinkt dann wieder unter die 40.000-Euro-Marke, die unser Testwagen weit überspringt.
VW Golf 1.5 eHybrid Style DSG
Der Golf ist in den letzten Jahren zwischen all den SUV-Varianten ziemlich untergegangen. Das ist wirklich schade, denn in der Summe seiner Eigenschaften ist es ein praktisches und wirklich gutes Auto. Geht man die Testkapitel durch, findet man keine wirklich schlechten Bewertungen. Der Golf ist immer noch ein klassischer VW. Er ist das, was die Wolfsburger einst groß gemacht hat: Nicht unbedingt in Einzelaspekten herausragen, dafür keine Schwächen zeigen. Das geht schon mit seinen kompakten Abmessungen los - mit "nur" 4,28 m Länge findet man deutlich leichter einen Parkplatz als mit so manchem Konkurrenten.
Trotzdem haben vier Erwachsene bequem Platz. Deren Gepäck sollte nicht zu voluminös sein, denn die Plug-in-Variante hat etwas weniger Stauraum im Heck. Dafür darf zusätzliches Gepäck auf's Dach geschnallt und mit der optionalen Anhängerkupplung bis zu 1,7 t gezogen werden - nicht mehr selbstverständlich im Zeitalter der Elektroautos und ein weiterer praktischer Aspekt des Golfs. Technisch ist der Wolfsburger up-to-date, alle gängigen Assistenten bis hin zum Einparkautomaten via Smartphone kann man bekommen. Auch der Antrieb selbst ist auf dem neuesten Stand, VW hat sein aktuelles Plug-in-Hybridsystem sogar im kompakten Golf untergebracht. Die Batterie verfügt über großzügige 25,7 kWh (19,7 kWh werden genutzt), elektrische Reichweiten deutlich über 100 km sind kein Problem. Dazu kommt zügiges Nachladen mit 11 kW (AC) bis 50 kW (CCS). Als Verbrenner hilft der bekannte 1,5-l-Vierzylinder aus, der mit seiner brummigen Note jedoch ein vernehmliches Kontrastprogramm zum harmonischen Stromern bildet. Bei all der verbauten Technik ist der Kompakte noch gar nicht mal besonders schwer: Rund 1,6 t beträgt das Leergewicht, immerhin gut 300 kg weniger als ein vergleichbarer ID.3 aus gleichem Hause. Der Golf eHybrid kann im Test also durchweg überzeugen - warum also sieht man ihn nicht häufiger auf unseren Straßen? Vermutlich hindert ihn vor allem sein Preis am Verkaufserfolg, denn knapp 46.000 Euro für unsere Testvariante sind schon erheblich.
Ford Kuga Active X 2.5 PHEV CVT
Der Kuga PHEV war 2024 nach dem Volvo XC60 der meistverkaufte Plug-in-Hybrid in Europa. Im ADAC Autotest gehen wir der Frage nach, was sein Erfolgsrezept ist. Die ansprechende Optik ist sicher ein Grund für den großen Verkaufserfolg des schick gezeichneten SUV. Im Innenraum präsentiert sich der Kuga deutlich nüchterner. Die Bedienbarkeit gestaltet sich durch den Wegfall zahlreicher Tasten im Zuge des Facelifts nun etwas umständlicher, dennoch findet man sich rasch zurecht. Zudem überzeugt die Karosserie mit ordentlichen Platzverhältnissen und solider Verarbeitung. Praktisch: Der serienmäßige Türkantenschutz hilft, unschöne Lackschäden zu verhindern. Für den Antrieb des ausschließlich frontgetriebenen Kuga PHEV sorgt die Kombination aus einem 2,5-Liter-Benziner sowie einem Elektromotor, die es auf Systemleistung von 178 kW/243 PS bringt. Die Fahrleistungen sind bei Bedarf durchaus zügig, allerdings verleitet der Antrieb auch wegen des stufenlosen Automatikgetriebes eher zum entspannten Cruisen. Das Plug-in-Hybridsystem überzeugt im ADAC Ecotest mit guter Effizienz, wegen des recht kleinen Akkus kommt das SUV rein elektrisch dennoch lediglich 56 km weit. Auch in puncto Ladeleistung ist der Kuga nicht auf dem Stand der Technik: Er lädt nur mit maximal 3,7 kW (AC), während einige Konkurrenten den Akku sogar an Schnellladern mit bis zu 50 kW (DC) befüllen können. Auch das Fahrwerk kann nicht recht überzeugen. Der Federungskomfort leidet unter der straffen Abstimmung und im ADAC Ausweichtest sorgt die grobe ESP-Regelung nur für ein mäßiges Abschneiden. Für happige 52.350 Euro erhält man mit dem Kuga PHEV Active X ein gut ausgestattetes Kompakt-SUV, bei dem man in puncto Reichweite und Ladeleistung für einen aktuellen Plug-in-Hybriden jedoch deutliche Abstriche machen muss.
Skoda Octavia Combi 2.0 TDI SCR Selection DSG
Der Skoda Octavia ist das mit Abstand meistverkaufte Modell der Tschechen und in der aktuellen Generation bereits seit 2019 auf dem Markt. 2024 erfuhr der Bestseller eine Modellpflege, die besonders vorrangig anhand der neu gestalteten Front zu erkennen ist. Auch unter dem Blech hat sich nicht allzu viel getan. Während einige Motoren nun mildhybridisiert sind, bleibt beim 2.0 TDI mit 150 PS alles weitgehend beim Alten. Der Zweiliter-Vierzylinder sorgt für gute Fahrleistungen bei gleichzeitig moderatem Verbrauch - im ADAC Ecotest fließen lediglich 4,9 l/100 km durch die Einspritzdüsen. An die Laufkultur eines kultivierten Benziners reicht der Selbstzünder allerdings nicht ran, im Innenraum ist die Arbeitsweise mitunter recht deutlich zu spüren und zu hören. Auch die bei Einzelhindernissen und Querfugen trotz der adaptiven Dämpferregelung teils recht bockige Hinterachse passt nicht recht zum grundsätzlichen guten Fahrkomfort des Octavia. Hier rächt es sich, dass Skoda im Gegensatz zur Konkurrenz keine Mehrlenker-, sondern lediglich eine simple Verbundlenker-Konstruktion verbaut. Uneingeschränkt überzeugen kann hingegen die hervorragende Raumökonomie: Der Octavia Combi bietet dank Frontantrieb und Quermotor bemerkenswert viel Platz für Insassen und Gepäck. Mit einem Grundpreis von 38.590 Euro ist der Octavia Combi 2.0 TDI Selection DSG selbstbewusst eingepreist, gleichzeitig fällt die Komfortausstattung recht überschaubar aus. Abgesehen von den Komforteinbußen kann der Tscheche jedoch selbst mit der deutlich teureren Premiumkonkurrenz mühelos mithalten.