MINI Cooper E Classic Trim
Der aktuelle Mini Cooper der Baureihe J01 wird zwar in einem Joint Venture zwischen der BMW Group und dem chinesischen Hersteller Great Wall Motor (GWM) in China hergestellt, steht aber auf einer eigens von Mini entwickelten Plattform. Er ist das kleinste und auch traditionsreichste Fahrzeug im Portfolio des Herstellers und zitiert gebührend den Ur-Mini: Neben dem runden Zentraldisplay, der Kippschalterleiste darunter und dem obligatorischen Gokart-Gefühl beim Fahren, gehören auch optische Aufwertungen und Individualisierungsmöglichkeiten zu den Stärken des chinesischen Briten. Ab 27.200 Euro ist er in der Basis zu haben und lässt sich freilich über verschiedene Pakete und Trims weiter ausstaffieren – der Testwagen kommt auf über 32.000 Euro. Insgesamt macht der Cooper einen wertigen und durchdachten Gesamteindruck, wie auch das gute Gesamtergebnis zeigt. Er will es sein und ist es auch: ein kompakter, fahraktiver Stadtflitzer mit sportlichem Charakter, welcher mit besseren als auf dem Testwagen montierten Pneus für noch mehr Freude und Fahrsicherheit sorgen könnte. Bereits der Basis-Antrieb ist ausgesprochen durchzugsstark und zugleich sparsam – dennoch kann die Reichweite auf Basis des ADAC Ecotest-Verbrauchs mit knapp 235 km nicht überzeugen. Weitere Abstriche sollte man in Kauf nehmen in puncto Federungskomfort, Platzangebot im Fond und Ladefähigkeiten. Außerdem bedarf die Bedienung über das zentrale Display einiges an Gewöhnung. Das optionale Head-up-Display erleichtert den Fahralltag enorm, weil es z. B. die Tempoanzeige direkt vor den Fahrer bringt. Bei der Funktionsqualität der Fahrerassistenzsysteme gibt es wenig zu klagen. Schade nur, dass das XL-Paket mit dem Driving Assistant Plus, welcher u. a. den Abstandsregeltempomaten und den Lenkassistenten beinhaltet, derzeit erst ab dem Cooper SE mindestens im Classic Trim verfügbar ist.
CUPRA Leon 1.5 e-HYBRID DSG
Die neueste Version des Plugin-Hybridsystems im Volkswagen-Konzern darf natürlich auch bei Cupra nicht fehlen. Im Leon hinterlässt das Antriebsduo aus 1,5-l-Turbobenziner und Elektromotor einen stimmigen Eindruck, arbeitet aber nicht ganz so effizient wie im VW Passat Variant oder Audi A3 Sportback, die zuvor schon im Autotest waren. Trotzdem hat man über 100 km rein elektrische Reichweite und einen sparsamen Benziner, der bei Bedarf einspringt. Im Alltag sollten also die elektrischen Fahranteile problemlos hoch genug sein, damit sich der aufwendige Antrieb lohnt. Denn als Stromspeicher steht eine große 25,7-kWh-Batterie zur Verfügung, von der immerhin 19,7 kWh für den Elektromotor nutzbar sind.
Der Leon hat seit seiner Einführung 2020 inzwischen ein Facelift erhalten, das den Innenraum sichtbar aufgewertet hat und durch Detailverbesserungen wie der nun endlich beleuchteten Sliderleiste unter dem Monitor und schnellerer Reaktion des Infotainmentsystems die Bedienung vereinfacht. Außen wurde das Design nachgeschärft, die neuen Leuchtendesigns an Front und Heck sowie das beleuchtete Cupra-Logo sorgen für einen modernen Look. Insbesondere mit den optionalen adaptiven Dämpfern (DCC) bietet der Leon einen ausgesprochen angenehmen Fahrkomfort und bei Bedarf auch die gewünschte Straffheit - insofern sollte das DCC eine Überlegung wert sein. Wer eine Anhängerkupplung möchte, muss zum Kombi Sportstourer greifen - für den Testwagen ist der Haken am Heck leider nicht zu bekommen. Ansonsten kann man dem Cupra Leon wenig vorwerfen - vielleicht noch den kleinen Kofferraum der e-Hybrid-Variante. Aber auch hier könnte der Kombi Abhilfe schaffen.
Fiat Grande Panda Electric RED
Der neue Fiat Grande Panda zählt zweifellos zu den aufsehenerregendsten Neuerscheinungen des Jahres. Während das seit 2011 produzierte Vorgängermodell als Pandina parallel weiterhin am Markt bleibt, läuten die Italiener mit dem um 35 Zentimeter auf vier Meter angewachsenen Kleinwagen eine neue Ära ein. Inzwischen gehört Fiat zum Stellantis-Konzern, weshalb sich der Grande Panda die Plattform u. a. mit dem Citroen (e-)C3 (Aircross) sowie den Opel-Modellen Corsa und Frontera teilt. Erhältlich ist der in Serbien gefertigte Kleinwagen als mildhybridisierter Benziner oder als reinelektrischer Stromer. Zum ADAC Autotest tritt der kantige Fünftürer mit dem 83 kW/113 PS starken E-Antrieb an, der von einer 44 kWh großen Batterie gespeist wird. Der Verbrauch fällt im ADAC Ecotest mit knapp 20 kWh recht hoch aus, was eine überschaubare Reichweite von rund 250 km zur Folge hat. Während im Stadtverkehr auch deutlich über 300 km machbar sind, muss man auf der Autobahn unter Ausnutzung der Höchstgeschwindigkeit von 132 km/h bereits nach rund 150 km einen Ladestopp einlegen - erst recht bei niedrigen Temperaturen. Wer daher öfters längere Etappen zurücklegen muss, sollte daher besser zum Benziner greifen. Überzeugen kann uns der Grande Panda mit der eingängigen Bedienung sowie den sicheren und komfortablen Fahreigenschaften. Auch das Platzangebot geht für einen Kleinwagen vollauf in Ordnung. Kritik gibt es hingegen für die schlecht erreichbaren Isofix-Haken auf der Rückbank und den fehlenden Einklemmschutz für die Fensterheber. Zudem fällt die Komfort- und Sicherheitsausstattung des 24.990 Euro Stromers vergleichsweise dürftig aus und lässt sich nicht einmal gegen Aufpreis aufrüsten - die Lackfarbe ist die einzig erhältliche Option.
BMW 120d M Sportpaket Steptronic (DKG)
Der neue 1er ist eigentlich gar kein neuer 1er. BMW spricht zwar von der 4. Generation, allerdings teilt sich der Bayer große Teile der Technik mit seinem Vorgänger. Ist das schlecht? Keineswegs. Der Kompakte steht gefällig da und bietet das, was man sich vom Einstieg in den BMW-Kosmos erwartet: handliche Abmessungen, aktuelle Technik und Freude am Fahren. Vor allem mit dem M Sportpaket weiß der getestete 120d zu überzeugen. Im Ausweichtest präsentiert er sich fahrsicher und souverän, das Fahrdynamik-Potenzial ist für jedermann zugänglich und sorgt für Spaß hinterm Volant. Nur leider nimmt der 1er seinen Auftrag als Sportler mit dem serienmäßigen M Adaptiv Sportfahrwerk mitunter zu ernst: Vor allem innerorts lässt er an Federungskomfort vermissen. Positiv hervorzuheben ist der Antrieb. Der Vierzylinder-Diesel ist erfreulich laufruhig und lässt die Unterschiede im Vergleich zum Benziner und selbst zu höheren Klassen verschwinden. Weiter überzeugen die umfangreiche Ausstattung an Sicherheitsassistenten sowie die (teils optionalen) Fahrassistenzsysteme. Sie funktionieren für ein Modell der Kompaktklasse unverschämt gut - der 1er weiß, was er tut. Dass dem neuen 1er auch weniger Neues gutgetan hätte, zeigt das Bedienkonzept. Die Bayern werfen sowohl den äußerst praxistauglichen i-Drive-Controller als auch die Klimabedieneinheit mit haptischen Tasten aus dem Cockpit - und auch die Kurzwahltasten sind Geschichte. Von nun an heißt es: Touch- oder Sprachbedienung, nur vereinzelt gibt es noch echte Tasten. Im Kostenkapitel schlägt sich der Kompakte mit einem Basispreis von 44.750 Euro ordentlich, sofern man sich mit den teils teuren Sonderausstattungen zügelt. Der Verbrauch fällt mit 4,9 l/100 km im ADAC Ecotest moderat aus.
Audi A3 Sportback 1.5 TFSI e advanced S tronic
Für den überarbeiteten Audi A3 Sportback gibt es einen technisch signifikant aufgewerteten Plugin-Hybridantrieb. Der ist nicht nur in zwei Leistungsstufen mit 150 und 200 kW Systemleistung zu haben, sondern auch in der neuen "Offroad"-Variante Allstreet. Im Test tritt der schwächere Antriebsstrang im klassischen A3 Sportback an - wobei "schwächer" relativ ist, immerhin leistet der Vierzylinder-Turbobenziner 150 PS und arbeitet mit einem 115 PS starken Elektromotor zusammen. Gemeinsam bieten sie bis zu 204 PS und bis zu 350 Nm auf - mehr als ausreichend trotz über 1,6 t Leergewicht.
Weit interessanter als die maximalen Leistungswerte ist die Effizienz des Antriebs. Die Hochvolt-Batterie wurde auf 25,7 kWh vergrößert, von denen 19,7 kWh für den elektrischen Fahrbetrieb genutzt werden können. Da es der A3 versteht, mit wenig Strom auszukommen (18,7 kWh/100 km ADAC Ecotest), fährt man rein elektrisch im gemischten Betrieb über 120 km weit. Aber auch mit leerer Batterie wird der Sportback nicht zum Säufer, der reine Benzinverbrauch liegt bei 5,7 l/100 km. Nur wenige Plugin-Modelle lassen sich wie der A3 Sportback über einen CCS-Anschluss schnell laden - in 20 Minuten ist die Batterie wieder zu 80 % geladen.
Die komplexe Antriebstechnik benötigt natürlich ihren Platz - die Insassen brauchen sich aber nicht einzuschränken, selbst vier Erwachsene reisen bequem. Dazu passt auch der Federungskomfort des sicher abgestimmten Fahrwerks. Nur allzuviel Gepäck sollten sie nicht dabei haben, denn der Kofferraum schrumpft auf Kleinwagenniveau. Immerhin sind Lasten auf dem Dach und Stützlasten auf der Anhängerkupplung erlaubt, bei Bedarf lassen sich auch Anhänger bis 1,7 t ziehen.
Über den Preis legen wir den Mantel des Schweigens - nur so viel: Unter 50.000 Euro dürfte man in den wenigsten Fällen rauskommen. Immerhin erhält man ein bemerkenswert effizientes Auto mit hoher elektrischer Reichweite.
KGM Actyon 1.5 T-GDI Lux 2WD Automatik
KGM dürfte vielen zunächst unbekannt erscheinen – dabei ist die koreanische Marke bereits seit 1954 auf dem Markt und von Beginn an vorrangig auf Allradfahrzeuge fokussiert. Geläufiger wird den meisten sicher der Name SsangYong sein, unter dem die Marke bis zur Umbenennung im Jahr 2023 firmierte.
Die technische Verwandtschaft zum KGM (SsangYong) Torres kann der Actyon nicht leugnen. So kommen einem u. a. der durstige 1,5-l-Benziner (9,4 l/100 km im Ecotest sind zu viel) wie auch Elemente des Interieurs bekannt vor. Wer nicht den höchsten Qualitätsanspruch an Material- und Verarbeitung sowie Infotainment und Assistenz hat, der fährt mit dem Actyon gut und bekommt einiges für sein Geld. Auf der Straße fällt er optisch auf und bietet reichlich Platz für Insassen und Gepäck. Sicherheitssysteme sind zahlreich an Bord, bedürfen aber noch einiges an Abstimmungsarbeit. Geht man es ruhig an, lässt es sich mit dem Actyon passabel gleiten. Fordert man ihn, kommen Fahrwerk und Antrieb an ihre Grenzen: Motor und Getriebe kämpfen mit den 1,6 t Leergewicht und die Lenkung samt Fahrwerk wehren sich gegen einen agilen Fahrstil. Unterm Strich bietet der KGM in der Top-Ausführung ab 42.250 Euro eine Menge – nur bei der gebotenen Umsetzung braucht die Kundschaft etwas Toleranz.