Renault Mégane E-TECH Electric EV60 220hp optimum charge Techno

Auch wenn die Elektropalette von Renault noch nicht besonders üppig ist, viel Erfahrung mit dem Thema haben die Franzosen dennoch. Schließlich gehören sie zu den Pionieren der modernen E-Mobilität, haben mit dem Zoe seit rund zehn Jahren einen der meistverkauften Stromer überhaupt im Programm. Auf einer gemeinsam mit Nissan entwickelten Plattform (CMF-EV) sollen nun eine ganze Reihe von neuen, spannenden E-Autos auf den Markt kommen. Erstes Exemplar ist der Renault Mégane E-Tech. Mit der seit 2016 gebauten, vierten Generation des Mégane hat der neue trotz gleichen Namens nichts gemeinsam. Zwar ist der Kompakte mit 4,20 Meter ähnlich lang. Doch schon der deutlich längere Radstand von 2,69 Metern verschiebt die Proportionen sichtbar. Hinzu kommt der etwas höhere Aufbau – die Antriebsbatterie versteckt sich im Unterboden - und eine sehr knackig modern gestaltete Karosserie. Unter dieser schicken Hülle versteckt sich ein gutes, wenn auch nicht besonders luftiges Platzangebot. Vier Erwachsene samt Gepäck kommen hier aber bequem unter. Die Koffer müssen aber ins Heckabteil – unter der vorderen Haube sitzen nämlich Motor, Leistungselektronik und Antrieb. Ein Staufach wie bei den Konkurrenten Hyundai Ioniq 5 oder Polestar 2 gibt es nicht. Dafür protzt Renault beim neuen Mégane E-TECH aber regelrecht mit Ausstattung. Schon das Basismodell mit 131 PS erhält serienmäßig ein Digital-Cockpit, den 9-Zoll-Touchscreen im Hochformat, eine Rückfahrkamera sowie eine Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitsanpassung. Der Einstiegspreis liegt dafür bei 35.200 Euro. An Bord ist dann allerdings nur die kleinere der zwei zur Auswahl stehenden Batterien. Sie besitzt eine nutzbare Kapazität von 40 kWh, lässt sich im günstigsten Modell allerdings nicht schnell mit Gleichstrom aufladen – besitzt also keinen CCS-Stecker. Wer hin und wieder auch weitere Strecken abspulen will, sollte ohnehin zum Topmodell greifen. Das leistet 220 PS und besitzt einen 60-kWh-Akku (netto). Im realitätsnahen ADAC Ecotest kommt der neue Megane damit rund 350 Kilometer weit. Zudem ist er auch mit Frontantrieb äußerst agil unterwegs. Und die nahezu volle Ausstattung ist beim hier getesteten Techno-Modell für 44.700 Euro wirklich beeindruckend.

Mitsubishi Space Star 1.2 Select+

Notbremsassistent, Spurhalteassistent, LED-Scheinwerfer, Parksensoren, Abstandshaltetempomat, Totwinkelassistent, Zweizonen-Klimaautomatik: Das sind alles keine Fremdwörter mehr in der Kleinwagenklasse. Für den Space Star in der immerhin zweithöchsten von fünf Ausstattungslinien namens Select+ sind das aber böhmische Dörfer. Und selbst in der höchsten Ausstattung kommt vom gerade genannten gerade einmal ein Notbremsassistent hinzu, dafür steigt der Preis in äußerst selbstbewusste Höhen. Mitsubishi müsste vom schon vor elf Jahren vorgestellten Kleinwagen mal eine Neufassung herausbringen, um zur Konkurrenz aufzuschließen. Der Hersteller entschloss sich aber noch 2019 für ein zweites Facelift. So hat man also einen Kleinwagen vor sich, der technologisch schon länger nicht mehr up to date ist, zudem floss in die Feinabstimmung während der letzten Dekade keine Mühe mehr: Die Lenkung ist ungenau und bietet nur Spuren von Lenkgefühl, das Fahrwerk ist zwar schaukelig-gemütlich, aber dennoch stößig und der Bremsweg aus 100 km/h ist eine Autolänge zu lang. Stichwort Autolänge: Durch die kompakten Abmaße und auch den kleinen Wendekreis ist der Space Star in der Stadt gut ums Eck zu zirkeln und überhaupt ist der Wagen gut zu überblicken. Diese Eigenschaften bieten aber auch die meisten Konkurrenten in der Klasse, die zudem mit Komfort- und Sicherheitsfeatures aufwarten, die zum Erscheinen des Space Star noch aus höheren Fahrzeugklassen bekannt waren. Außerdem bekommt man bei der Konkurrenz teils deutlich souveränere Motorisierungen als den schütteren Saugbenziner mit 1,2 Litern Hubraum und 71 PS, die er am Ende der Drehzahlskala brüllend aus seinen drei Zylindern presst. Insgesamt würde man bei einem Preis um oder unter 10.000 Euro von einem noch akzeptablen Preis-/Leistungsverhältnis reden können, der Space Star Select+ ist davon aber laut Liste fast 6.000 Euro entfernt.

Citroen C4 PureTech 130 Shine EAT8

Aller guten Dinge sind drei, heißt es in einem bekannten deutschen Song, und so gesellt sich im ADAC Autotest nun noch die Benziner-Variante des Citroen C4 zum Diesel- und Elektroantrieb. Als Gemeinsamkeiten der Varianten zählen das komfortorientierte Fahrwerk und die bequemen Sitze vorn. Dort hat man zwar kaum Seitenhalt, dafür angenehm viel Platz; Erwachsene auf der Rückbank nehmen ungleich eher Kontakt mit dem Dachhimmel auf als die vorn Sitzenden. Die Karosserie macht zwar optisch ein wenig auf SUV, um dem Zeitgeist gerecht zu werden, baut aber weder besonders hoch noch bringt der C4 an sich spezifische Geländegängigkeit mit. Gut so, denn die damit verbundenen Verbrauchsnachteile wären wiederum nicht zeitgemäß. Der Innenraum ist im Finish zwar kostenorientiert gestaltet, macht aber insgesamt einen soliden Eindruck. Immerhin ist die Ausstattung üppig und entschädigt für die selbstbewusste Preisgestaltung ab gut 31.000 Euro. So sind neben der Klimaautomatik auch Parkhilfen und sogar das Navigationssystem beim Shine immer an Bord. Selbstbewusst erscheint der Preis deshalb, weil unter der Motorhaube nur ein kleiner Dreizylinder seinen Dienst verrichtet. Der Turbobenziner liefert zwar maximal 230 Nm und schüttelt sich bis zu 131 PS aus den Zylindern - aber das "Schütteln" kann er trotz weicher Motoraufhängung eben nicht ganz verbergen. Zumal die lasche Aufhängung bei manchen Schaltvorgängen der Achtgang-Wandlerautomatik dem Motor Eigenbewegung unter der Haube lässt. Die Laufkultur ist also nicht besser als beim Diesel-C4, wobei der Selbstzünder ungleich souveräner im Franzosen wirkt. Betrachtet man das Antriebstrio und seine Eigenschaften, sollte die Entscheidung - technisch gesehen - im Grunde zwischen Diesel- und Elektroantrieb fallen: souveräner Langstreckenläufer oder kultivierter, urbaner Leisetreter.

VW T-Roc 1.5 TSI OPF Style DSG

Als in den 1970er Jahren die Geschichte zu "Per Anhalter durch die Galaxis" startete, war die Antwort auf alles im Universum "42". Heute scheint die Antwort auf alles "SUV" zu lauten. Als VW 2017 den neuen T-Roc präsentierte, war er das kleinste SUV der Marke - und nach Touareq und Tiguan auch erst der Dritte im Bunde. Inzwischen gibt es noch zwei unter ihm, den T-Cross und den Taigo. Angesichts der hauseigenen Konkurrenz kommt das aktuelle Facelift gerade recht, zumal beim T-Roc ob des spartanisch veredelten Innenraums an Kritik nicht gespart wurde. Beim "Neuen" bemüht sich VW nun hervorzuheben, dass man auf die Rückmeldungen gehört und den Innenraum schöner gestaltet hätte. Die Werbeabteilung versteigt sich gar in prachtvolle Worte wie "neues Qualitäts- und Designniveau" - juristisch gesehen wahrscheinlich zulässig, weil tatsächlich die Oberseite des Armaturenbretts eine weiche Schäumung mit angedeuteter Ziernaht erhalten hat. Dafür wurde an der Mechnik und Praktikabilität der Lüftungsdüsen gespart. Das andere Werbeversprechen "aufgewertete Technikfeatures" kann man dagegen nachvollziehen und bestätigen. Es gibt nun den Travel Assist und der adaptive Tempomat kann jetzt auch Daten aus den Navikarten und der Verkehrszeichenerkennung berücksichtigen. Den Aufpreis für den Spurwechselassistenten sollte man ebenfalls investieren, denn er hilft zusätzlich beim Ausparken und kann einen vor teuren Parkplatzremplern bewahren. Geblieben ist der praktische Ein- und Ausstieg, das angenehme Platzangebot und die gute Übersicht auf den Verkehr durch die etwas erhöhte Sitzposition. Das Fahrwerk ist komfortabel und mit den adaptiven Dämpfern des Testwagens absolut langstreckentauglich. Für Gelegenheitsfahrer mag der getestete 1.5 TSI eine adäquate Lösung sein, wer häufiger und längere Strecken unterwegs ist, dem sei der sparsame und saubere Diesel ans Herz gelegt.

Genesis G70 Shooting Brake 2.2D Sport Automatik

Genesis hat mit dem G70 Shooting Brake einen speziell für den europäischen Markt entwickelten Kombi auf den Markt. Dies ist für eine Marke mit zumindest aktuell noch überschaubaren Absatzzahlen bemerkenswert, spielen Kombis global gesehen doch lediglich in Europa und auch hier nur in wenigen Ländern eine relevante Rolle. Zudem ist der G70 Shooting Brake als Lifestyle-Laster spitz platziert, für Kunden mit ernsthaften Transportaufgaben kommt der Fünftürer nicht in Betracht, zu klein und zu schlecht zugänglich fällt der Gepäckraum aus. Keine Frage, den G70 Shooting Brake kauft man aus anderen Gründen. Hierzu zählen neben dem sehr schicken Karosseriekleid vor allem das edle Interieur, die sportlichen Fahreigenschaften oder das hohe Sicherheitsniveau. Unter der langen Motorhaube des Hecktrieblers steckt im Falle des Testwagens ein 200 PS starker Turbodiesel, der für souveräne Fahrleistungen sorgt. Der Verbrauch im ADAC Ecotest fällt mit 7,1 l/100 km allerdings ziemlich hoch – hier sind die deutschen Konkurrenten deutlich effizienter. Wer hierüber hinwegsieht bekommt mit dem Genesis G70 Shooting Brake 2.2D nicht nur einen außergewöhnlichen, sondern mit einem Grundpreis von 46.910 Euro und einer geradezu luxuriösen Serienausstattung auch preislich sehr attraktiven Kombi.

Lynk & Co 01 1.5TD PHEV DCTH

Die neue Automarke Lynk & Co dürfte bislang nur wenigen bekannt sein, insofern sind die bisherigen Verkäufe in jedem Fall ein Achtungserfolg. Im ersten Quartal konnten die Chinesen europaweit 3.225 Fahrzeuge absetzen und damit beinahe so viele wie beispielsweise Subaru. Und dabei haben sie mit dem 01 erst ein Modell im Angebot. Ursprünglich wurden zwei Motorisierungen auf der Homepage beworben, ein Vollhybrid und ein Plugin-Hybrid. Zunächst lieferte man nur den Plugin aus, dann verschwand der Vollhybrid aus den Internetseiten. Da schon die teurere Variante mit Steckdose guten Erfolg hat, der überdies positiv auf den Flotten-CO2-Wert des Herstellers wirkt, ist die Entscheidung nachvollziehbar. Das Fahrzeug selbst bedient ein aktuell gefragtes Segment, das der SUV in moderater Größe. Optisch ist er innen wie außen eigenständig und modern und macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Im Detail betrachtet ist insbesondere der Innenraum aber nicht so solide, wie er zunächst scheint - angesichts der üppigen Ausstattung und des fairen Preises von 42.000 Euro für den Testwagen nachvollziehbar. Allerdings ist der Preis seit 2022 nicht mehr ganz so fair, liegt er doch inzwischen bei 46.000 Euro. Es sind zwar Doppelverglasung vorn und die Kameras für die 360-Grad-Rundumsicht hinzugekommen, dennoch bleibt es ein saftiger Preisaufschlag. Es gibt aber auch eine Alternative: Man kann den 01 mieten. Dann kostet er wie 2021 500 Euro im Monat, wobei alles außer Strom/Benzin inklusive ist. Den Lynk & Co zeichnet eine gute Vernetzung aus, welche über die Infrastruktur des Herstellers außerdem ein Weitervermieten des Fahrzeugs ermöglicht - mit Hilfe der Lynk&Co-App kann man die Rahmenbedingungen und den Preis festlegen. Die technischen Daten wiederum kommen dem einen oder anderen vielleicht bekannt vor - sie erinnern stark an den Volvo XC40. Nicht verwunderlich, denn technisch stammt er vom kompakten Schweden ab und wurde auch bei Volvo entwickelt. Gebaut wird er allerdings in China. Der 01 besitzt einen verlängerten Radstand, wodurch er nicht nur mehr Platz besonders auf der Rückbank bietet, sondern auch eine größere Batterie, die wie üblich im Mitteltunnel Platz findet. Sie speichert 14,1 kWh netto, womit der Lynk & Co knapp 70 km rein elektrisch fahren kann. Ob elektrisch oder mit Verbrenner unterwegs, der 01 erweist sich als erwachsenes Auto, das sicher und angemessen komfortabel fährt und in jedem Fall eine interessante Alternative darstellt.