Mercedes-Benz GLC 400 elektrisch Avantgarde 4MATIC (ab 03/26)
Äußerlich sticht der neue GLC EQ durch seinen markanten Chromgrill bewusst aus der Masse und gibt einen Vorgeschmack auf die künftige Designsprache des Herstellers, welche alten Traditionen mit modernen Interpretationen verbinden will. Die Schwaben haben das E-Modell und den Verbrenner preislich ähnlich zueinander positioniert, um den Umstieg auf E-Mobilität zu erleichtern. Mindestens 71.000 Euro für den Basis-GLC 400 EQ sind eine Ansage für ein Mittelklasse-SUV. Für den gut ausgestatteten Testwagen ruft Mercedes sogar knapp 90.000 Euro auf. Ist das gerechtfertigt? Eine gute Frage – immerhin erzielt der Testwagen ein wirklich gutes Testergebnis. Die Verarbeitungs- und Materialqualität liegen auf hohem Niveau und technisch hat der Benz reichlich zu bieten. Das optionale Luftfahrwerk besticht mit hervorragendem Komfort, ohne Abstriche bei den Fahreigenschaften einzufordern. Dem bemerkenswert positiven Fahreindruck zuträglich ist auch die optionale Hinterachslenkung. Die Fahrleistungen sind auf Sportwagenniveau, wie auch der Bremsweg. Der Nutzwert kommt ebenfalls nicht zu kurz: Das Kofferraumvolumen ist beachtlich, die Platzverhältnisse für die Insassen gut und auch die Anhängelast ist nicht nur für ein E-Fahrzeug mit bis zu 2,4 t eine Ansage. Dank der großen 94-kWh-Batterie kommt auch eine ordentliche Reichweite von 559 km zustande, legt man die ADAC Verbrauchsmessung zugrunde. Zwar sind noch ein paar Tasten im Cockpit verblieben – aber dennoch ist das Bedienkonzept recht ablenkungsintensiv, da ein Großteil der Funktionen über die Touch-Displays bedient wird. Bezüglich der Funktionsqualität der Fahrerassistenzsysteme gibt es wenig zu klagen, nur die Verkehrszeichenerkennung brachte auffällig viele unplausible Tempolimits in das Cockpit.
MINI Countryman E Favoured Trim (ab 01/26)
Der Mini Countryman der dritten Generation teilt sich seine Plattform mit dem BMW X1 und ist als Verbrenner- sowie Elektrovariante in der gleichen Karosserieform erhältlich. Im Test tritt der Countryman E in der gehobenen Ausstattungsvariante Favoured Trim mit ein paar Extras für gut 41.000 Euro an. Anfang des Jahres erhielt der Mini eine Überarbeitung zur Erhöhung der Reichweite. Neben einer größeren Netto-Kapazität der Batterie wurden ein effizienterer Inverter verbaut sowie Maßnahmen zur Reduzierung von Reibung getroffen. Trotz der Bemühungen kommen wir auf Basis der anspruchsvollen ADAC Verbrauchsmessung mit dem Countryman überschaubare 403 km weit. Der Antriebskomfort hingegen ist tadellos und das Fahrverhalten des bayrischen Briten gibt kaum Grund zu klagen. Positiv fallen zudem das Raumangebot in der ersten Sitzreihe sowie die umfangreiche serienmäßige Sicherheits- und Multimedia-Ausstattung auf. Kritikwürdig hingegen ist das Anzeige- und Bedienkonzept. Es macht die Ausstattung eines Head-up-Displays zwingend erforderlich, um die Ablenkungszeiten beim Ablesen der Fahrgeschwindigkeit gering zu halten. Außerdem ist die geringe Anhängelast von lediglich 750 kg begrenzt praxistauglich.
Skoda Scala 1.5 TSI ACT Monte Carlo DSG (ab 05/25)
Beim Blick auf die guten und schlechten Eigenschaften des Scala mag im ersten Moment verwundern, dass so wenig Negativpunkte aufgeführt sind. Gerade das zeichnet den tschechischen Kompaktwagen aber aus - es gibt, abgesehen vom Anschaffungspreis, kaum etwas ernsthaft zu kritisieren. Der Scala ist einfach ein durch und durch gutes Auto, das auf herausragende Eigenschaften verzichten mag, sich dadurch aber eben keine wirklichen Nachteile einhandelt. Man erhält ein kompaktes Auto mit guten Platzverhältnissen in Relation zur Außenlänge. Dadurch ergeben sich keine großen Herausforderungen bei der Parkplatzsuche. Unterwegs gefällt der angemessene Fahrkomfort, wobei dynamische Fahrten durch kurvenreiche Landschaften mit dem optionalen SCC-Fahrwerk genauso gut gelingen. Passend dazu liefert der bewährte 1,5 l TSI stramme 150 PS, die für flotte Fahrleistungen sorgen. Dabei kann der Turbobenziner dank Zylinderabschaltung und Verbrennungsoptimierungen aber auch sparsam mit dem teuren Kraftstoff umgehen. In der Monte-Carlo-Variante bringt der Scala bereits viel Ausstattung wie einen Komfortzugang und das große Panoramadach mit. Apropos Panoramadach: Hier verbaut Skoda noch ein elektrisches Rollo, das starke Sonneneinstrahlung von außen definitiv besser abhält als die neumodischen Tönungen, sei es auf Knopfdruck oder fix. Das Rollo ist eines von vielen Beispielen, wo die Tschechen nicht auf hippe Ideen, sondern auf bewährte Details setzen, die in der Praxis einfach gut sind. Wer noch mehr will, kann Dinge wie eine elektrische Heckklappe, den Travel Assist und einen elektrischen Fahrersitz bekommen. Wenn die integrierten Kopfstützen der serienmäßigen Sportsitze nicht passen, kann man auf eine andere Ausstattungslinie setzen und den Scala dennoch vergleichbar ausstatten. Egal welche Ausstattungslinie man wählt, wer die vielen Annehmlichkeiten haben möchte, muss leider mit einem stattlichen Listenpreis rechnen. Schon die Basis unserer Testvariante liegt bei knapp 37.000 Euro. Immerhin sind die Unterhaltskosten vergleichsweise günstig, insbesondere die Versicherung und die Steuer.
BMW 530e Touring M Sportpaket Steptronic (ab 10/25)
BMW offeriert im aktuellen 5er ein breites Antriebsportfolio. Es gibt mildhybridisierte Benzin- und Dieselmotoren mit vier und sechs Zylindern. Außerdem kann man reine Elektroantriebe wählen, vom sparsamen Hecktriebler bis zum allradgetriebenen Performance-Modell. Zusätzlich bieten die Münchner noch gemischte Antriebe mit Elektro- und Benzinmotor, vom Vierzylinder bis zum Achtzylinder (M5). Jeden Antrieb kann man als Limousine oder Touring haben - die Variantenvielfalt ist beachtlich.
Im Test tritt der praktische Kombi mit dem sparsamsten Plug-in-Hybridantrieb an. Auf Leistung braucht man beim 530e Touring nicht verzichten, knapp 300 PS und 450 Nm Drehmoment stemmen die beiden Motoren im Ernstfall gemeinsam Richtung Antriebswellen. Keine Kompromisse also bei den Fahrleistungen - und auch beim Fahrwerk muss man diese nicht eingehen, wenn man die optionalen adaptiven Dämpfer ordert. Trotz des hohen Aufpreises sind letztere sehr zu empfehlen, weil sie die Agilität des serienmäßigen M Sportfahrwerks um einen ausgezeichneten Komfort ergänzen, den man eigentlich von solch einem Luxus-Kombi erwarten würde. Der Antrieb aus Benziner und Elektromotor arbeitet kultiviert, erweist sich am Ende aber nur als mäßig sparsam. Wer häufig auflädt, kann den Spritverbrauch stark reduzieren. Im gemischten Betrieb haben wir im Autotest-Zyklus 14,7 kWh + 3,6 l pro 100 km ermittelt.
Angesichts der beachtlichen Fahrzeuglänge von über fünf Metern würde man fürstliche Platzverhältnisse erwarten - das kann der 5er jedoch auch als Touring nicht ganz erfüllen. Natürlich finden selbst vier große Erwachsene genug Platz und müssen angesichts des praktischen Kofferraums kaum Kompromisse beim Gepäck eingehen. Manche Modelle von anderen Marken bieten aber bei rund 25 cm weniger Länge nicht weniger Platz. Lange suchen darf man dagegen nach vergleichbar geschliffen abgestimmten Assistenzsystemen - hier hat BMW ganze Arbeit geleistet. Als Fahrer wird man geschickt unterstützt, ohne sich bevormundet zu fühlen. Das hat aber seinen Preis, bei über 72.000 Euro geht es für die Testvariante los. Inklusive sinnvoller Ausstattung muss man rund 10.000 Euro mehr rechnen.
Skoda Fabia 1.5 TSI "130" DSG (ab 10/25)
Der Fabia in der aktuell 4. Generation wird schon seit 2021 gebaut. Eine Ablösung ist noch lange nicht in Sicht - Skoda verkündet im Gegenteil, dass sie ihre kleine Baureihe noch so lange wie möglich bauen werden. Was mal als günstige und praktische Alternative im Kleinwagen-Segment auf dem Markt kam, ist inzwischen immer noch praktisch, aber nicht mehr besonders günstig. Dafür gibt es den Fabia in einer Variantenvielfalt, die man bei der Konkurrenz lange suchen kann. Vom spartanischen Basismodell mit Saugbenziner (wobei spartanisch inzwischen relativ ist) bis zur Sportvariante mit Turbovierzylinder haben die Tschechen das komplette Sortiment im Angebot. Dabei hat Skoda seine kleinste Baureihe stets technisch aktuell gehalten, weshalb man viele aktuelle Assistenzsysteme bekommt, welche für reichlich Sicherheit und Komfort sorgen. Geblieben sind die vielen kleinen praktischen Details und das gute Raumangebot, denn Skoda legt in allen seinen Baureihen auf eine effiziente Raumökonomie großen Wert.
Hier im Test tritt das Sondermodell "130" an, das zum Skoda-Jubiläum eingeführt wurde. Der tschechische Hersteller feiert sein 130-jähriges Bestehen nicht mit einer Sonderedition im obersten Preissegment, sondern mit einem Modell, das sich auf die Wurzeln des Herstellers besinnt, an die breite Masse gerichtet ist und dabei so richtig Fahrspaß bieten kann. Wobei einem größeren Erfolg des Modells vermutlich der happige Preis von gut 35.000 Euro im Weg stehen könnte. Andererseits bekommt man mit 130 kW/177 PS viel Leistung in einem Kleinwagen und hat auch darüber hinaus eine gute Ausstattung an Bord. Der Motor verzichtet auf Hybridisierung und generiert seine Leistung klassisch über einen Turbolader. Optimierungen wie die Zylinderabschaltung helfen beim Spritsparen - ansonsten müssen es das überschaubare Gewicht und die kompakten Abmessungen richten. Im Test verbraucht der potente Kleinwagen 5,8 l/100 km, was angesichts der Fahrleistungen in Ordnung geht. Dynamische Ambitionen unterstützt das serienmäßige Sportfahrwerk, das aber noch einen angemessenen Komfort bietet. Letzterer ist durchaus nützlich, weil der Fabia "130" auch zum Reisen taugt - selbst für vier Erwachsene und ihr Gepäck reicht der Innenraum. Alles, was man transportieren möchte, muss aber im oder auf dem Auto Platz finden, denn eine Anhängekupplung gibt es für die Topmotorisierung nicht.
VW Tiguan 2.0 TDI SCR Elegance DSG (ab 06/25)
Der jahrelange Erfolg des Tiguan kommt nicht von ungefähr. VW hat hier ein rundes Paket entwickelt, das vielen Ansprüchen prima genügt. Das (verhältnismäßig) kompakte SUV bietet viel Platz für Mensch und Gepäck, der Innenraum ist recht variabel und sogar als standesgemäßer Zugwagen eignet er sich. Denn schon mit dem "kleineren" Dieselmotor darf man bis zu 2,2 t ziehen, obwohl hier nur Frontantrieb zum Einsatz kommt. Wenn letzterer reicht, dann ist man mit den 150 PS und 360 Nm Drehmoment völlig ausreichend motorisiert. Zumal sich das positiv auf den Verbrauch auswirkt, wenn man den Allradantrieb weglässt: Der Testwagen durcheilt den Autotest-Zyklus mit lediglich 5,6 l Diesel pro 100 km. Als Alternative darf man auch HVO100 tanken, welches aus biologischen Abfällen gewonnen werden kann. Mit beiden Kraftstoffen bietet der Tiguan eine gute Motorlaufkultur. Auch sonst setzt VW eher auf Komfort als auf sportliche Ambitionen, was ganz klar besser zum Charakter des Wolfsburgers passt. Das Standardfahrwerk macht einen ordentlichen Job. Für die Genießer des gehobenen Federungskomforts sei das DCC-pro-Fahrwerk empfohlen, das im Grunde alles besser kann - das lässt sich VW jedoch fürstlich bezahlen. Serienmäßig dagegen sind die langstreckentauglichen Vordersitze mit 4-Wege-Lordosenstützen und einfacher Massagefunktion, welche man gegen Aufpreis um eine aufwendigere Version mit mehrere Druckpunkten in den Lehnen ergänzen kann. Überhaupt stellt man beim Studium der Elegance-Serienausstattung fest, dass die Liste - für frühere VW-Verhältnisse - ausgesprochen umfangreich ist. Man kann einen Tiguan Elegance ohne weitere Extras nehmen und muss dabei auf nichts Wichtiges verzichten. Beim Blick in den Konfigurator nicht irritieren lassen: Die Elegance-Linie heißt seit neuestem Style, ansonsten hat sich wenig geändert. Weitere Annehmlichkeiten oder technische Besonderheiten sind leider meist in teuren Paketen verpackt - der Beifang ist zwar nett, wollte man aber nur ein Detail, ist das ziemlich teuer. Hier liegt dann der eigentliche Haken für den wirklich guten Tiguan TDI: Er ist teuer in der Anschaffung, mindestens 54.000 Euro möchte VW für die getestete Version haben.